Gastbeitrag – Warums auf oan Schwoazn an nimma drauf o kimmt

ACHTUNG -SATIRE ! ! !

… oder
„Warum sich ein Kubaner in Bayern gar nicht umgewöhnen muss.“

Kuba und Bayern haben etwas gemeinsam. Es gibt vorwiegend Schwarze. Ja mei, des klingt jetzt für manchen vielleicht etwas schleierhaft in der ersten Bauchanalyse, aber es ist halt so, da kann man auch nix ändern. Ist aber auch nicht weiter schlimm.

Politisch gesehen ist den beiden Völkern ja auch ein gewisser Hang zu monotheistischen Regierungsformen nicht abzusprechen. Selbst in den Landesfahnen spiegelt sich eine gewisse Ähnlichkeit, Blau und Weiß, gestreift und gerautet.

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Sprachlich gesehen untermauern die Musiker der „CUBA-BOARISCHEN“ eindrucksvoll die Verwandtschaft der beiden Völker. Der Beweis liegt ja schon in den Umlauten und dem interimistischen Verschlucken von Wortsilben.

Die Kuba-Boarischen

Die Lebensfreude beider Völker definiert sich nun ja auch in Tänzen, Musik und Genussmitteln. Auch hier kann der literarisch-historisch sattelfeste Hobby-Historiker enorme Ähnlichkeiten feststellen. Was für den Kubaner der Chachacha ist dem Bayern sei Landler, dem Bayern sein Schuhplattler dem Kubaner der Mambo. Nicht umsonst kommt der Mambo Nr. 5 ja auch von einem waschechten Münchner.

Lou Bega - Mambo Nr 5

Auch in Sachen Genussmittel und deren Verzehr können die gemeinsamen kulturhistorischen Wurzeln nicht verleugnet werden. Der Cuba Libre ist praktisch der Obstler der Karibik! Was der Kubaner raucht, das schnupft der Bayer.

Kuba und Bayern gemeinsam

Ois, als Bayer in Kuba und umdrada ist es also zumindest vom feeling jetzt kein echtes Problem sich einzuleben.

Kubanerin tanzt

1511 wurde Kuba im Auftrag König Ferdinands erobert.

1868 Unabhängigkeitskriege in Kuba. In Bayern war die Welt da noch in Ordnung, Ludwig II. Heute ist Kuba unabhängig und Bayern kämpft gefühlt seit 1918 für die Selbstständigkeit.

Cubaboarisch…das geht sogar in einem Wort. Man verwende hier zu Übungszwecken bitte einmal den Terminus: Boarischberlinerisch….ernsthaft betrachtet geht uns das doch brutal schwer über die Lippen.

Auch geografisch fühlen wir Bayern uns doch auf einer Insel oder nicht? Abgesehen davon ist Cuba die größte der Antilleninseln und Bayern die beste Insel im europäischen Singsang der Belanglosigkeiten.

Gastbeitrag von Christian Schulz

CHRISTIAN SCHULZ lebt seit über 20 Jahren seine Leidenschaft:
Marketing. Er war in verschiedenen Firmen und Branchen verantwortlich tätig und studierte unter anderem Dialogmarketing. Heute ist der netzwerkende Oberbayer Marketingverantwortlicher bei einem Logistikunternehmen.

Der bedrohte Friede

Haben wir etwas aus den vergangenen Jahren gelernt?

»Um aus der Vergangenheit zu lernen«, war die Antwort eines Dozenten, der damals gegen 1994 bei uns an der Uni Englisch und amerikanische Geschichte unterrichtete. Ich hatte vorher eine dieser provokativen Fragen gestellt, die man als Respektsperson in einem Raum voller Jugendlicher ungern einfach stehen lässt: »Wieso müssen wir diese komischen Begriffe, Daten und Themen über Menschen, die bereits vor vielen Jahren verstorben sind, überhaupt lernen?«

Obwohl ich ab und zu fast von der Richtigkeit seiner Aussage überzeugt war, hatte ich trotzdem noch Zweifel, ob wir Menschen jemals etwas aus der Vergangenheit lernen würden. Und siehe da, obwohl ich damals noch nicht die nötige politische Reife hatte, um vernünftige Schlüsse zu ziehen, lag ich nicht ganz so falsch.

Denn 23 Jahre, dutzende Bücher und ein paar dramatische Lebensepisoden später bin ich der Überzeugung, dass wir Menschen GAR NICHTS aus der Vergangenheit lernen. Das Leben hat mir oft gezeigt, dass unsere Geschichte wie unsere Mode ist: Eine Aneinanderreihung von Mustern, die in einer sich wiederholenden Spirale immer wiederkehren.

Und vor ein paar Wochen bin ich zufälligerweise auf ein Buch gestoßen, das meine These bestätigen könnte. Der Autor des Buches – Carl Friedrich von Weizsäcker (Hanser Verlag), Bruder des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (im Amt von 1984 bis 1994) – sagte in seinem Werk (unter anderem) den Niedergang des sowjetischen Kommunismus, die Globalisierung und die Dumping-Löhne  voraus. Anbei schildere ich Dir ein paar seiner interessantesten Prognosen, für die er damals, 1983, sogar ausgelacht wurde.

Zitate aus dem Buch „Der bedrohte Friede“ von Carl Friedrich von  Weizsäcker:

Fazit

Diese elf Prognosen benötigen keinen Kommentar von mir, denn alle sind glasklar. Es ist unsere stetige Aufgabe, unsere Taten zu überdenken. Die Zeiten haben sich verändert, harte Prüfungen stehen bevor und die Wahlen vor der Tür. Noch gibt es Hoffnung, dass viele den richtigen Weg wählen. Doch das ist genau die Gefahr einer Demokratie: Das Volk hat das Sagen, das Volk entscheidet. Und leider entscheidet sich die Masse nicht immer für den richtigen Weg. Viele lernen niemals etwas aus der Vergangenheit, es ist als ob wir unter akutem Alzheimer für vergangene Ereignisse leiden würden. Denn das Kurzzeitgedächtnis von vielen ist viel kürzer, als es uns gut tun könnte.

Mein innerer kleiner Radikaler

Foto-Quelle: www.firmendb.de

Oktober, 2015. Montag. Nah an der österreichischen Grenze gegen 11:00 Uhr gehen PEGIDA-Anhänger in Freilassing auf die Barrikaden. Protest ist angesagt. Seit Wochen bereiten sich Bürger der fast 16.000 Einwohner Kleinstadt, um ihre Meinung offen zu äußern. In der Presse wurden diese Menschen als gewaltbereite Radikale eingestuft. Höchste Alarm für die Gesetzeshüter. Der Gedanke, so gefährliche Individuen in meiner Nähe zu haben verunsicherte mich am Anfang, weckte doch später meine Neugier.

Tage danach ging ich ins Internet um die Gesichter unserer bösen Feinden zu enthüllen. Browser aufgemacht; Suchbegriffe eingegeben: Freilassing, PEGIDA, Protest. Das Video war schnell gefunden. Fremde aus anderen naheliegenden Kommunen waren dabei. Ein paar Klicks und Mausbewegungen weiter, kamen mir die abgebildeten Menschen verdammt bekannt vor: Meine Nachbarn, frühere Arbeitskollegen, sogar Sparringspartner meiner ehemaligen Fernost-Kampfkunstschule. Das habe ich nicht ganz verstanden. Ich kenne diese Leute. Wir saßen dutzendfach beim Wirt und tranken Bier zusammen. Unsere Kinder spielten früher sorglos gemeinsam auf dem Spielplatz in unserer Nähe. Und jetzt sollen sie ALLE auf einmal gefährlich, gewaltbereit und Nazis sein?

Ich weigere mich zu glauben, dass ALLE Anwesende radikal sind.
Ich weigere mich anzunehmen, dass ALLE der Toleranz endgültig den Rücken gekehrt haben.
Ich weigere mich zu akzeptieren, dass dieser Teil der deutschen Bevölkerung nicht wütend ist. Sie haben Angst und wollen gehört werden.

Ich schütze mich von diesen Gedanken hinter einer unsichtbaren Mauer der Vernunft. Und hoffe, diese Veranstaltung war nur ein vorübergehender, von Populisten misshandelter Hilfeschrei, der gehört werden soll. Freilassing wird seinen Weg wieder finden.

Wir bleiben bunt.

*Wegen dem Datenschutzgesetz wurde auf die Abbildung von Personen verzichtet.