Integration schreibt man mit ä

Keine Integration ohne Integrität

Montag, der Anfang einer neuen Woche. Das Wetter trug dazu bei, meine Laune richtig in den Keller zu befördern, denn draußen war es sonnig und der Himmel kristallklar. Wunderbar, einer dieser Momente, in denen man sich fragt, warum ich? Wieso sitze ich hier im Büro, während es draußen so schön ist. Noch dazu, hatte ich einen stressigen Morgen gehabt, da eines unserer IT-Projekte nicht das „machen“ wollte, was wir uns gewünscht hatten. Na gut, »Ich mache Mittag«, sagte ich zu einem meiner Kollegen, der die Stellung während meiner Abwesenheit halten sollte.

»Ein wenig frische Luft kann ja nicht schaden«, dachte ich mir.

Sekunden später saß ich auf dem Fahrrad und bin „gut gelaunt“ nach Hause gefahren. Mit Hunger im Bauch und der Freude im Hinterkopf, bald eine leckere Mahlzeit zu genießen. Denn die beste Freude, ist die Vorfreude.

Auf dem Weg dorthin sah ich zwei Mädchen (zwischen 7 und 10 Jahren) mit Migrationshintergrund, wie man heutzutage politisch korrekt sagt und schreibt. Migrationshintergrund? Ehrlich Leute, ich weiß nicht, wer solche Begriffe sich ausdenkt. Ernsthaft… werden in der Regierung extra Denker dafür eingestellt und bezahlt? Oder muss eine Elite-Gruppe von Studenten, bevor sie in das Parlament einziehen, eine Liste voll mit solchen Begriffe beim Kanzleramt abgeben? Oder wahrscheinlich liegt einer dieser Menschen abends im Bett und wacht schweißgebadet um 3:00 Uhr in der früh schreiend auf: »Heureka! Ich habe endlich den nächsten, ultimativen Begriff, um die Ausländer in diesem Land nicht zu beleidigen. Das wird der Hammer!«?

Hmm… aber nur vielleicht. Doch das ist genug Stoff für mehrere Beiträge und nicht Bestandteil dieser Geschichte. Deswegen kehren wir zurück zu unserer Erzählung… wo waren wir? Ah, genau. Ein Fahrrad, zwei kleine Mädchen und der Denis mit seinem Stress.

Ich sah die zwei Mädchen aus der Ferne und wollte gute Laune verbreiten: Ein gesundes Lächeln den Gesichtern fremder Leuten zu entlocken, ist ein Hobby von mir, das ich ungern aufgeben möchte. Eine günstige Gelegenheit nett zu sein und mich ein wenig abzulenken, denn dieses ungehorsame IT-Projekt wollte meine Synapsen nicht in Ruhe lassen.

»Hallo«, kam mir spontan über die Lippen, als ich an dem ersten kleinen Mädchen vorbei fuhr.
»…«, genau. Sie sagte nichts. Sie schaute mich einfach wie ein Auto an.

Sicherlich lag es an meiner Tonlage, die vermutlich so tief war – Sie hat mich nicht gehört – dachte ich mir. Aber es sollte nicht daran scheitern, die waren zu zweit. Ich wusste, was zu tun war: Lauter reden. Sicherstellen, dass meine Stimme von dem zweiten, älteren Mädchen wahrgenommen wird.

»Hallo«, rief ich erneut ein bisschen lauter, als ich an dem zweiten Mädchen vorbei fuhr. Und was sie dann sagte, überraschte mich sehr…

[Fortsetzung folgt…]

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Ausdauer, Motivation und Friede für die Welt

Eine rosarote Brille auf der Nase, um die Entfernung zur grauen Realität zu verstärken; die künstliche Grimasse im Gesicht, um allen zu gefallen und der üblich abgedroschene Satz „Friede für die Welt“ auf den Lippen  am Ende jeder Veranstaltung: Die typische, kitschige Vorstellung, die viele im Hinterkopf haben, wenn sie Models auf einem Laufsteg laufen sehen.

Perfekte Frauen mit einer makellosen Figur und fast unerreichbaren Körpermaßen, die fast jeder haben will – genau so wie Hollywood und die Werbeindustrie es uns jeeeeeeden verdammten Tag in den zahlreichen Medien verkaufen wollen, wie wir aussehen sollen: Der soziale Druck der ewigen Jugend. Diese Menschen, die wegen ihrer Schönheit bewundert, beneidet und manchmal sogar gehasst werden. Individuen, die laut Magazinen ihr Leben mit unnötigen Dingen verbringen, kostbare Zeit vergeuden und in unterschiedlichen, oberflächlichen Veranstaltungen mit anderen sich vergleichen, um einen Preis zu bekommen, der keinen wirklich interessiert.

Doch ich war nie mit dieser kurzsichtige Beobachtung zufrieden und hatte vor ein paar Wochen die Möglichkeit meine These zu belegen, denn ich wollte es genau wissen. Auf einer meiner Reisen durch Bayern (Passau) und Oberösterreich (Braunau, Ried im Innkreis, Linz und Co.) traf ich eine dieser Personen. Wie du sehr gut weißt, liegt Schönheit im Auge des Betrachters, aber laut Juroren ist sie eine der schönsten Frauen Österreichs.

Quelle: https://www.instagram.com/celineschrenk/

Sie saß in meiner Nähe, unauffällig, ruhig, wie in Gedanken vertieft. Ich überwand meine Schüchternheit (du kennst mich doch ;-)) und bat sie um ein kleines Interview für meine Fernsehsendung. Zu meiner Überraschung hat sie ohne zu zögern meine Einladung angenommen und hier ist das Ergebnis:

Fazit

Mein Fazit: Celine Schrenk ist klug, witzig und sehr freundlich, eine ganz normale Person wie Du und ich: mit Zielen, Ängsten und Träumen. Ich habe mich mit ihr nach dem Interview unterhalten und kann das bestätigen.

Schönheit und Klugheit sind keine Antagonisten, denn sie stecken in jedem von uns. Die Werbeindustrie, in der ich auch tätig bin (ich schäme mich bereits, aber ich bin jung und brauche das Geld) will uns weiß machen, dass wir stets jung, fehlerfrei und erstaunlich sein müssen, um akzeptiert zu werden.

Aber ist es wirklich so? Was nutzt uns diese relative Akzeptanz, wenn die innere Leere aus unseren Herzen nicht verbannt werden kann?

 

Weil Du einmalig bist?

Ein Denkanstoß für Dich!

Niemand darf Dich in Deinen Träumen beschränken.
Niemand kann in Deine Visionen hineinschauen.
Niemand soll Dir befehlen, wie Du Dein Leben gestaltest sollst.
Denn niemand ist der Architekt Deines Universums.
Nur DU bist in der Lage Deine Ziele zu visualisieren, auszuführen und am Ende Deines eigenen Weges zu materialisieren.

Jeder behauptet, etwas besonderes zu sein, ohne vorher überhaupt etwas zu werden. Dank der Anonymität versinken Gefühle im Chaos.

Das Ziel wurde verfehlt. Die Richtung verzerrt, ist es tausend von Meilen davon entfernt, wofür es eigentlich gedacht war. Millionen von leeren Sprüchen, die kein Mensch versteht und ich nicht mehr sehen oder lesen kann.

Zurzeit betrachte ich die sozialen Netzwerke, wie ein Meer voller Selbsthilfeschreie. Schreie, die in einem Wald voller schriller und bunter Blätter verloren gehen, bis keiner mehr den anderen hören kann. Schreie nach Anerkennung, gebadet in Verzweiflung. Eine unendliche Unsicherheit, dass man vielleicht etwas verpassen könnte.

Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Zeiten sich ändern. Aber wer macht den ersten Schritt? Wer wagt es, das etablierte Dogma zu brechen, um neue Wege einzuschlagen?

Einen guten Freund anzurufen. Einem alten Feind zu verzeihen, Deine Kinder zu umarmen, denn wir wissen nicht, wie lange wir auf dieser Erde verweilen werden. Aber vergiss nicht:

Leben ist wie Wasser

 

Fazit:

In Sachen Liebe sind wir alle Experten, aber hast du Dich jemals gefragt, warum so viele in diesem Gebiet scheitern?

 

 

Türkçe ögrenmek… deli misin?

Bist du verrückt genug, um eine Fremdsprache zu lernen?

»Wieso lernst du gerade Türkisch? Bist du verrückt?«, fragte mich vor ein paar Monaten ein guter Bekannter als er erfuhr, dass ich mich für Sprachen interessiere.
»Spinnst du? Hast du keine Augen im Kopf? Schaust du dir keine Nachrichten an?«, fuhr er fort.
»Was haben Nachrichten mit Sprachenlernen zu tun?«, stellte ich mich dumm.
»… die Türken sind verrückt… und dieser Erdoğan gehört verga… hmm… abgesetzt!« wetterte er weiter.
Ich überlegte mir meine nächste Frage und schoss los: »Glaubst du, du würdest anders handeln, wenn du die Macht dieses Mannes hättest?«

Stille.

»Ich…? Bestimmt!«, erwiderte mein Kumpel ohne zu zögern.
»Und was war das mit dem Verga… ehem… Absetzen?«
»Das ist etwas anderes. In einer Demokratie kann so etwas nicht passieren.« , versuchte er mich weiter mit Argumenten zu überzeugen.
»Über die Richtigkeit dieser Aussage wollen wir uns jetzt definitiv nicht streiten oder?«, grinste ich schnell zurück.
»Hast du mich vorher nicht verstanden? Diese Türken spinnen zurzeit. Leute werden ohne Grund inhaftiert, Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Außerdem herrscht da drüben gerade eine Bombenstimmung.«, kicherte er und fuhr mit seinem Monolog fort (…) »Man muss verrückt sein, um dorthin zu fliegen und das Land zu unterstützen!«

Türkce - Deli misin - Demokratie

Ich schaute ihm tief in die Augen, nahm einen langen Atemzug und fragte: »Was ist mit Englisch oder Französisch?«
»Was meinst du damit?«, rätselte mein Freund. »Was soll damit sein?« fragte er erneut, ohne viel über den Inhalt seiner Worte nachzudenken.
»Weiß du, was die Engländer während der Kolonialzeit in Indien angerichtet haben? Oder die Franzosen ihrem eigenen Volk angetan haben? Jemals von der Guillotine gehört?«, wollte ich von ihm wissen. »Außerdem solltest du die grausamen Taten, die die spanischen Kolonialisten auf Kuba den Ureinwohnern angetan haben, nicht vergessen. Es gibt Gründe, warum meine Heimatstadt »Matanzas« heißt: Es bedeutet Gemetzel . Noch Fragen?«

Jedes Land hat seine Schattenseite, sogar meine schöne Insel Kuba. Diese dunklen Momente unserer Geschichte, die wir – auf diesem täglichen, egoistischen und heuchlerischen Kreuzzug der Reinheit – gerne vertuschen. Niemand sollte seinen Wissenshorizont auf fremde Verbrechen beschränken. Du kannst nichts und ich wiederhole… rein gar nichts für die Gräueltaten deiner Vorfahren. Lerne aber bitte daraus, wie du dein Leben nicht führen solltest.

Ich merkte, dass mein Freund langsam meine Argumentation verstanden hatte.

Ich beim Türkisch lernen: Ich bedanke mich bei jemandem, der mir Bücher auf Türkisch geschenkt hat. 😉

Elfchen der Woche - Sprachen

Fazit

Ja, ich lerne Türkisch

 

Industrie 4.0, Leben 5.0, Hartz 6.0

10. August 2042 – Irgenwo in Europa. Die stickige Luft füllt den einsamen, dunklen Raum. Die Finsternis, die ihm sein gesamtes Leben begleitet hat, zeigt ihren Höhepunkt. Gerade jetzt, wo sich alle längst aus dem Staub gemacht haben. Er ist der Letzte seiner Art, der sich noch an den alten Traditionen mit beiden Händen festkrallt und die Zukunft noch ablehnt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, hieß es immer und so hofft er, dass alles irgendwann wieder wie früher wird.  Erneut Arbeit zu finden, seine Familie zurückzuholen, sie alle vernünftig zu ernähren; satt zu kriegen. Ja, viel Zeit ist seitdem vergangen. Seitdem seine Frau an seiner Seite stand und er den Respekt seiner Kinder genoss. Alles war noch in Ordnung und das Leben ging einfacher vorbei – wie in Zeitlupe. Schon damals vor 25 Jahren lautete das Motto: Schneller, besser, weiter, größer und billiger. Das Motto der Automatisierung hat alles kaputt gemacht.

An Weihnachten des Jahres 2017, sah er seine Kinder zum letzten Mal. Doch Anfang 2018 verlor er seinen Job, dann seine Frau mit den Kindern, das Ziel vor Augen und letztendlich doch die Hoffnung. Seitdem hat er im Leben kein Fuß mehr fassen können. Alles hat sich zum Schlechten verändert.

Die Gegend ist unsicher geworden, alle Familien sind in die große, weite Stadt umgezogen, da man hier kaum Arbeit finden kann. Seine Arbeit ist weg. Denn alles wurde automatisiert. Sogar der Straßenverkehr wird von Robotern geregelt, gewartet und am Laufen gehalten. Oder besser gesagt von Roboticaz. So nennen sie sich, diese neue Generation von biomechanischen Blechdosen, die uns Menschen die Arbeit weggenommen haben.

Industrie 4.0 - Risiken und Chancen
Ex Machina – Britischer Spielfilm von Alex Garland

Die Devise war: Streng Dich an und Du wirst es im Leben schaffen. Die langjährigen Anstrengungen als Leiharbeiter haben sich auch nicht gelohnt. Er kann sich an diesen Satz mit den Wörtern Zukunft und Sicherheit noch erinnern. Ein Mitglied seiner Familie hatte es ständig gepredigt: »Du musst einen guten  Beruf erlernen, um für Dich und Deine Familie eine sichere Zukunft zu haben.« Zukunft…? Als ob er selbst wusste, was dieses Wort wirklich bedeutet. Bestimmt meinte er mit Zukunft, fünf Mal in der Woche einer Beschäftigung nachzugehen, die man weder mag noch seiner Berufung entspricht. Oder die  Arbeitswoche als die Unterbrechung zwischen zwei Wochenenden wahrzunehmen. Um danach irgendwo online Tonnen von gefälschten Bildern an irgendeine virtuelle Mauer zu hängen, um mit seinem langweiligen Leben Leute zu beeindrucken, die man weder kennt, noch mag. Ist das die Ablösung der Qual, seinen Verpflichtungen nachzugehen bis man nicht mehr kann?

Seelische Armut

Nein, mit Sicherheit hat er das nicht gemeint. Denn alles hat sich anders entwickelt. Alles wurde digitalisiert. Es fing in den 90er Jahren mit diesem Internet an. Jeder lief plötzlich herum, wie ein ferngesteuerter  Zombie, dessen Leben auf einen 5,8 Zoll-Bildschirm reduziert wurde. Total, um am Ende irgendwelche selbstgemachten Träume ins Netz zu posten:  Eine sinnlose Jagd der Verzweiflung. Dieser Zustand war vorhersehbar. Aber keiner wollte es sehen oder wahrhaben. Alles wurde immer teurer. Jahre lang konnten wir normal Sterblichen aus der Mittelschicht uns immer weniger leisten, bloß keine großen Sprünge machen. „Die Schere zwischen Reichen und Armen wird immer größer“, berichteten alle Zeitungen und Boulevard-Magazine.

Aber kein Politiker hat sich getraut, etwas daran zu ändern. 20 Jahre später, hat das Ganze uns das Genick gebrochen. Diese selbsterfüllende Prophezeiung nahm schnell Gestalt an: Keine Familie, keine Freunde, keine Träume. Nur Maschinen, Roboter und Automatisierung, wohin das Auge reicht. Alles gelaufen. Er öffnet langsam das Fenster, um ein wenig Licht in das  Zimmer hineinkommen zu lassen. Ein Blick auf die Straße genügt, um der Wahrheit erneut ins Gesicht zu sehen, überall Maschinen, Maschinen und noch mehr Maschinen. Er schaut nach oben. Nur Wolken. Es sieht nach Regen aus. Schon wieder. Ab nächsten Monat bekommt er den neuen Hartz 6.0 Satz. Sein Leben 5.0 nach der Industrialisierung 4.0 hat soeben angefangen.

HartzIV ist wie Knast

Fazit

Ja, Industrie 4.0 (Smart Factory) steht bevor und die Industrialisierung der gesamten Welt ebenso. Durch die Globalisierung und die neuen Arbeitskonstellationen sind wir gezwungen, unsere Denkweise am Arbeitsmarkt umzustellen. Vieles zu überdenken. Niemand weiß genau, was auf uns zukommt. Chancen, aber auch Risiken, verbergen sich hinter den kommenden Jahren. Die Zukunft ist so ungewiss, wie sie immer war. Das ist kein Grund große Angst zu haben oder in Panik zu geraten. Wir müssen uns nur vorbereiten.

Aber wie bereitet man sich auf etwas vor, das man nicht kennt? Wie spezialisierst du Dich an Deinem Arbeitsplatz, um Deine Zukunft zu sichern?

 

Tausend Lacher für 30 € (2)

Teil 1:

Tausend Lacher für 30 €

»Ruhe da unten!!!«, hörten wir aus dem höchsten Stockwerk eines der benachbarten grauen Gebäude.

Was…?, dachte ich mir. Ich drehte mich um und konnte nicht glauben, was ich sah… einer der älteren Nachbarn brüllte nach unten in unsere Richtung, wütend beide Hände erhoben. Bestimmt war er eine dieser Personen, die mit dem hohen Alter vergessen haben, dass sie nicht immer alt und grau waren. Sondern irgendwann ebenso Geburtstage feierten und sogar Träume hatten. Ja, einer dieser Menschen, die mit Sicherheit irgendwann Cowboy sein wollten, um für die Gerechtigkeit zu kämpfen oder ein guter Polizist, um Räuber zu fangen. Vielleicht sogar in seiner selbstgebastelten Rakete zum Mond fliegen wollte. Aber bestimmt verlor er auf dem Weg zum Erwachsenwerden – an dem Punkt, wenn die Verpflichtungen drücken und alles ernst wird – irgendwo auf diesem Weg seine Freude am Lächeln und am Feiern.

»Keine Sorge…! Es ist noch Viertel vor Acht“, gab meine Frau in einem ironischen Ton zurück.
»Um 20:00 Uhr sitzen wir alle vor dem Fernseher und schauen uns die spannenden Nachrichten an. «, fuhr sie fort ohne ihre sarkastische Attacke zu unterlassen. »Dann können Sie ihre Ruhe genießen…«, beendete sie ihre Aussage.
Der empörte Nachbar sagte nichts mehr, schaute erneut nach unten, zog sein Gesicht noch länger und schloss das Fenster mit einem Knall. Vermutlich ging er wieder zurück in einen einsamen und vergessenen Raum seiner Wohnung.

Denis Dominguez - Die Einsamkeit

Ich kann mich nicht dran erinnern, ob ich ihm hinterher gehen wollte, nicht um ihn zu verprügeln, sondern um ihn einzuladen runter zu kommen. Uns Gesellschaft zu leisten. Aber die Zeit war mir zu schade, seine Intentionen zu feindselig. Vielleicht wäre es besser gewesen, mir die Zeit zu nehmen… doch das werden wir nie erfahren, denn ich bin draußen geblieben bei den Kindern,  bei meiner Familie, bei meinen Freunden.

Die Dämmerung offenbarte sich immer mehr und drohte mit etwas Regen aus der Entfernung. Eine melancholische Geste, um das Ende des Tages zu verkünden. Die schwache Sonne startete ihr Abschiedsritual und der Platz wurde leer. Mit ihrem Abschied wurde es etwas kälter, genau so wie die Partystimmung. Alle Gäste bedankten sich und fuhren in kurzen Abständen zurück nach Hause. Danach räumten wir auf und machten den Platz wieder sauber, als ob nichts stattgefunden hätte.

Als alles sauber war, bin ich erschöpft nach Hause gegangen mit dem Ziel, schnell unter die Dusche zu kommen. Und während meine gigantischen Clownschuhe mich nach Hause trugen, klingelte das Echo von tausendfachem Lachen in meinen müden Ohren. Die sanfte Bestätigung, dass die ganze Mühe sich sehr gelohnt hatte.

Ein Kubaner In Bayern - Spaß zu Verschenken

Fazit

Wir müssen unsere Kinder, Kinder sein lassen. Sie sollten draußen länger spielen. Denn Kinder, die nicht spielen, werden oft Erwachsene mit einem sozialen Defizit. Und wie Einstein einst gesagt hat: »Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf  Erden gibt.«

Tausend Lacher für 30 €

Ein Kubaner In Bayern - Unsere Kinder sollten länger draußen spielen

Irgendwann Anfang April 2006 gegen 18:30 Uhr in Ainring Mitterfelden. Genervt von dem Gedanken, bald schon wieder etwas Neues kaufen zu müssen, häufte ich an diesem Tag absichtlich Arbeit an für den 24. April: Den Geburtstag meiner kleinsten Tochter.
»Ich habe sooo viel Arbeit und muss noch etwas erledigen…«, habe ich sogar am Telefon geübt. Das perfekte Alibi, um später nach Hause kommen zu können und so dem Lärm von fremden Kindern in meiner Wohnung zu entkommen.

Der Gedanke – ein neues Geschenk zu erwerben – ließ mich nicht los. Eine neue Akquisition, die schleunigst als Staubfänger irgendwo in der Wohnung enden wird. Ein unbedeutsames Spielzeug, das meine Tochter mit Sicherheit früh genug kaputt in eine  Ecke schmeißen würde. Erneut einen Kauf zu tätigen, um eine Leere aufzufüllen? Nein. Sicher nicht. Diesmal musste es etwas anders sein, etwas mit Stil. Eine frische Idee musste her. Obwohl ich diese Vorstellung von vielen schreienden Kinder in meiner Nähe nicht aus meinem Kopf kriegen konnte,  entschloss ich mich, mich der Verantwortung zu stellen und mich an den Vorbereitungen zu beteiligen.

Meine Frau hatte an eine Party draußen gedacht: Mehr Aufwand. Keine gute Strategie in Anbetracht des Stapels an Arbeit auf meinem Schreibtisch im Büro. Aber was soll’s… man feiert nur einmal im Jahr seinen Geburtstag, ich meine… den Geburtstag seiner Tochter.
»Ja, ok… «, antwortete ich meiner Frau, um weiter in Ruhe den Abend zu genießen. Und tat so, als ob ich alles gehört hätte, was sie danach noch gesagt hatte. Trotz meiner Ablehnung konnte ich wahrnehmen, dass sie vor hatte, eine Kostümparty zu veranstalten. Alarm für meine Synapsen… Kostüme? Das klingt immer nach: Teuer, Stress und viel Geld ausgeben. »Was?« Mein Puls ging wieder hoch.
»Wo sollen wir so viele Kostüme herkriegen? Für was denn?«, meine sofortige Reaktion, um meine Angst wegen den voraussichtlichen Kosten samt den Erinnerungen an die noch kaputte Waschmaschine, deren Reparatur längst fällig war, zu verbergen. Mein Puls wollte nicht runter gehen. Denn das war nicht das einzige Ding in unserer Wohnung, das eine Reparatur dringend nötig hatte.
Dennoch etwas sagte mir, dass das keine schlechte Idee wäre.
»Ok, einverstanden. Eine Kostümparty soll es sein.«, beendete ich das Gespräch. Als ob es meine eigene Idee gewesen wäre. Meine Frau sagte nichts mehr. Sie lächelte mich an und ging in die Küche. Denn sie hatte erreicht, was sie wollte: Die Party würde stattfinden und sie ließ mich in dem Glauben, dass die Idee von mir käme. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ein Kubaner in Bayern - Die Frau lenkt

Einladungen wurden verschickt und die Gäste bestätigten ihre Teilnahme auf unterschiedlichste Weise. Aber eine winzige Kleinigkeit hatte meine Frau mir bis zu diesem Zeitpunkt verschwiegen: Die einzige Person, die sich verkleiden würde, sollte ich sein. Wer denn sonst? Als Clown, versteht sich… ja, wie passend.

Ich sollte – umzingelt von zahlreichen schreienden Kindern – auf einer Party als Clown für gute Stimmung sorgen? Kein Problem! Eine gute Gelegenheit meine eingerostete Animateur-Fähigkeiten aufzufrischen und so ein wenig Dampf von der erdrückenden Arbeit abzulassen. Doch der Kauf eines Kostüms kam nicht in Frage. Ich wollte keinen Haufen Geld für etwas bezahlen, dass ich nur einmal benutzen würde. Ok, mein Hochzeitsanzug war die Ausnahme gewesen, aber dem Äquilibrium sei Dank, wurde ich von diesem Dilemma in diesem Leben verschont.

»30 Euro – ein Clown-Kostüm für 2 Tage«, las meine Frau in der Zeitung am Wochenende ein paar Tage später. Ich habe nur einmal hingeschaut und ich war sofort verliebt. Dieses Kostüm war einfach wie für mich genäht. Die Vorstellung, mein wahres Ich als Clown zum Vorschein zu bringen, konnte ich mir nicht entgehen lassen. Falls irgendwelche Ähnlichkeiten mit der Realität spürbar sind, ist das reiner Zufall. An diesem 24. April kam ich früher von der Arbeit nach Hause. Alles sollte schön vorbereitet sein. Der Platz wurde aufgeräumt, die schöne Dekoration angebracht und die Gäste kamen.

Ein Kubaner In Bayern - Die Party Kann Los Gehen

Während der Feier brannte sich ein besonderer Moment für die Ewigkeit in mein Gedächtnis ein: Die begeisterten Gesichter der Kinder, als ich bei einem magischen Auftritt meinen rechten Daumen verschwinden ließ:

Ein Kubaner In Bayern - Daumen Trick

Ein Kubaner In Bayern - Die Clown Party Kann Los Gehen

Oder als sie Rätsel lösten. Es war das tausendfache laute Lachen während sie miteinander spielten. Hand in Hand. Schulter an Schulter. Ohne Mauer des Schweigens. Nur lautstarkes Gelächter voller Freude auf den 15 Quadratmetern Wiese, die uns zur Verfügung standen.

Ein Kubaner In Bayern - Die Clown Party Kann Los Gehen Ein Kubaner In Bayern - Die Clown Party Kann Los Gehen Ein Kubaner In Bayern - Die Clown Party Kann Los Gehen Ein Kubaner In Bayern - Die Clown Party Kann Los Gehen Ein Kubaner In Bayern - Die Clown Party Kann Los Gehen

»Ruhe da unten!!!« hörten wir aus dem höchsten Stockwerk eines der benachbarten grauen Gebäude.

Was…?, dachte ich mir. Ich drehte mich um und konnte nicht glauben, was ich sah…

[Fortsetzung folgt… am 13.08.2017]

 

Modelmama mit Herz… und große COJONES

Andrea Kobleder - Modelmama mit Herz

Warum du auf dem Weg zum ERFOLG deine Träume festhalten sollst

»Ich habe eine gute Idee, die ich bald verwirklichen werde…«, sagte eine junge Dame gegen 2001 zu mir. Sie, blond, unerfahren, charmant und mit einem Traum im Hinterkopf. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie verkörperte diese mädchenhafte Lady das typische Stereotyp, das man normalerweise nicht so ernst nimmt.

People2People – Modenschau / 2001

Sei bitte ehrlich… hast du nicht auch schon tausend Mal irgendwo in deinem Leben von irgendjemandem, diesen Satz gehört? Wie oft motivieren sich Menschen irgendwann ihr eigenes Ding durchzuziehen, nebenbei sich etwas aufzubauen oder sogar den titanischen Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen? Und was kommt am Ende dabei raus? Eben. Nichts!

Doch diese Offenbarung war anders, die Trägerin hatte etwas vor. Sie hatte diese unerklärlichen Funken in den Augen, die ihrem Blick ein starkes Vertrauen verliehen. Sie strahlten Zuverlässigkeit, Inspiration und Hoffnung aus. Diese Zuversicht, die unserem Herzen die Macht verleiht sich zu beflügeln und mit unseren Gedanken davonzulaufen. Unsere Freundschaft war damals nicht besiegelt, aber ihre einladende Ausstrahlung hatte mich einfach gepackt. Vielleicht lag es an dieser Parallelität, weil ich ebenfalls nicht so oft ernst genommen werde. Und obwohl ich weder wusste wovon sie sprach, noch mir die Landkarte des Erfolgs ihrer Ambitionen vorstellen konnte, sagte ich  „Ja, ich bin dabei“ ohne zu zögern, zu ihr.

Eine Modelagentur sollte es werden. Was? Wer? Wo?
»Wie soll das gehen?«
»Der Markt ist gesättigt davon!«
»Das wird niemals funktionieren und Ihr werdet es sowieso nicht schaffen«, »Diese schöne Blondine sollte weiter Zahnärzte assistieren und die Finger von Sachen lassen, die sie nicht versteht.«, bekamen wir damals von den „Spezialisten“ und „Branchen-Experten“ häufig zu hören. Denn wir waren nur sechs Laien mit wenig Erfahrung in einem Meer voller Illusionen. »Und was wissen eine Blonde, ein Kubaner und vier Mitläufer über Mode? Pah!«, haben sie bestimmt gedacht.

Am Anfang war alles „in Ordnung“. So lange wir keine Bedrohung für „das große Geschäft“ waren. Doch das Leben hat uns oft belehrt, dass die einzige Konstante, die Veränderung ist. Als die Zeit verging und mehr Verbündete an den Traum der blonden Beauty glaubten, ihr folgten und wir mehr wurden, bekamen wir nach und nach den Zorn der Großen zu spüren: David gegen Goliath. Ein Rennen gegen die Zeit, gegen die blöden Sprüche und gegen die Mächtigsten der Mode-Branche in der Region – genau wie in diesen Hollywood-Filme jedoch ohne das kitschige Happy-End. »Viele Freunde haben sich von mir abgewandt.«, hörte ich diese Blondine sagen, als unsere Freundschaft über die Jahre immer stärker wurde, während unseren philosophischen Gespräche bei einem Glas Sekt ab und zu, hier und dort. Aber wenn diese Freunde nicht geblieben sind, waren es einfach nicht die richtigen… und es ist gut so. Wie heißt es so schön: Neid muss man sich verdienen, denn Mitleid gibt es umsonst. Und wir waren auf dem besten Weg dorthin.

Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung

Meine kleine Welt wurde auch davon betroffen, denn ich musste mich entscheiden, wohin ich gehen wollte. Eine der Modelagenturen, für die ich damals tätig war, setzte mir „die Pistole auf die Brust“ und drohte mir, mich aus ihrer Kartei zu entfernen, wenn ich weiter machte. Denn es wäre nicht möglich auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen bzw. seine künstlerichen Dienste bei mehreren Unternehmen anzubieten. Ha, ha, ha! Diese Menschen… Ich frage mich immer, wo die theoretische Freie-Marktwirtschaft-Mentalität (wo alle die gleichen Chancen auf Erfolg haben sollten) bleibt, wenn die eigenen Interessen plötzlich in Gefahr sind. Aber da es im Leben nicht nur darauf ankommt, wohin man geht, sondern mit wem, traf ich meine Entscheidung. Ich wurde aus der Kartei der anderen Modelagentur entfernt und machte eine weitere enttäuschende Erfahrung für mein Logbuch der Erinnerung.

Charakter

Kennst du diesen Moment, wenn jemand, den du kennst auf einmal – über Nacht –  erfolgreich und berühmt wird? Nein? Ich auch nicht. Denn es erfordert viel Fleiß, Ausdauer und COJONES sein eigenes Leben zu leben; in einem Ozean der Verzweifelten sich an seinen Träumen festzuhalten und ständig gegen den Fluss in die richtige Richtung zu schwimmen, um seine Ziele zu erreichen.

© Privat

© Privat

Es gab Rückschläge, schlechte Ereignisse, Enttäuschungen von Menschen, die unser Vertrauen missbraucht haben, Misserfolge und eine Menge Missverständnisse auf dem langen Weg zum Erfolg. Momente, die viel Durchhaltevermögen erforderten, um nicht alles über Bord zu werfen. Aber wir sind dran geblieben. Sie ist dran geblieben. Ein Traum, ein Ziel, eine Frau und eine Menge Kraft. Und heute ist trotz allem etwas daraus geworden, das sich sehen lässt:

andrea-kobleder-die-oberosterreicherin

Quelle: Modelmama mit Herz | Oberösterreicherin http://www.dieoberoesterreicherin.at/people/modelmama-mit-herz-103502/dieoberoesterreicherin

Denn diese Frau heißt Andrea Kobleder. Die große, schöne Blondine an die viele nicht geglaubt hatten, ist heute Mutter, Model, Zahnarztassistentin, Seelenklempnerin, Superheldin, Work-Life-Balance-Expertin, Chefin einer der erfolgreichsten Modelagenturen Österreichs und meine beste Freundin.

Andrea Kobleder - Die Oberoesterreicherin
Modelmama mit Herz – Andrea Kobleder © Heli Mayr

Fazit

Lebe dein eigenes Leben und nicht das Dasein der anderen, denn du hast nur eines und ein verdammt kurzes noch dazu. Glaube an deine Träume, lebe und liebe sie und mache sie unvergesslich.

Referenzen:

Mag. Ulrike Wright Die Modelagentur-Chefin im ganz privaten Talk
Modelmama mit Herz | Oberösterreicherin

Helli Mayr - Der Fotograf

Fotos: Helli Mayr

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Deine Argumentation ist gut aber meine Meinung ist besser (2)

http://d-e-n-i-s.com/wordpress/einkubainba/deine-argumentation-ist-gut-aber-meine-meinung-ist-besser/

… Irgendwie kam mir alles so familiär vor. So vertraut. Aber ich wusste nicht eindeutig was.

Bis etwas passierte, was ich in meiner stillen Anonymität vermutet hatte. Alles fing mit dem Abschied eines aktiven Mitgliedes an. Aus – für mich unverständlichen Gründen – verließ die Person mit folgendem Satz unsere Truppe: »Wie ich sehe… haben wir unterschiedliche Überzeugungen… ich gehe meinen Weg…« oder so etwas in der Richtung. Aber auf jeden Fall war der Teilnehmer weg! Und diese Person war nicht die Einzige. Ein rasches Wechseln fand statt. Chaos brach aus. Danach folgten weitere. Innerhalb von wenigen Tagen kamen Mitglieder freiwillig zu uns; andere wurden ungewollt wegen ihrer Inaktivität entfernt. Am Ende waren wir nicht mehr viele. Tage später kam die Nachricht, dass die Gruppe geschlossen werden sollte. Eine Aktion, die Stunden später geschah. Ernüchtert erhielt ich die Bestätigung »… hat dich entfernt. Du kannst dieser Gruppe keiner Nachrichten senden, da du kein Teilnehmer mehr bist«.

Dann war mir plötzlich alles glasklar. Die Offenbarung der Quelle dieses familiären Gefühls, traf mich wie ein Blitz. Es war die ganze Zeit da. Doch wegen dieser traumatischen Ablehnung in meiner Vergangenheit, wollte ich es weder sehen noch wahrnehmen: »Deine Argumentation ist gut, aber meine Meinung ist besser.« Dieses Gedankengut, das alles Fremde auslöscht, das Unbekannte ausgrenzt  oder in seiner täuschenden, offenen Toleranz alles verschlingt, was mit ihm nicht kompatibel ist. Genauso, wie ich es in meiner Heimat jahrelang von den Kommunisten gelernt hatte:

 

»WIR BRAUCHEN SIE NICHT!«, wiederholte damals der mächtigste Mann auf meiner Insel immer wieder im Fernsehen:

»Quien no tenga genes revolucionarios, quien no tenga sangre revolucionaria, quien no tenga una mente que se adapte a la idea de una Revolución, quien no tenga un corazón que se adapte al esfuerzo y al heroísmo de una REVOLUCIÓN no los queremos, no los necesitamos«

Aplausos del pueblo / Fidel Castro Ruz, discurso en la Plaza de la Revolución, Septiembre del 1980

»Wenn du keine revolutionären Gene hast, kein revolutionäres Blut besitzt, oder kein Gedankengut für die Idee einer Revolution aufweisen kannst; wenn du kein Herz hast, das sich an die heroischen Errungenschaften einer Revolution anpassen kann, dann WOLLEN wir dich nicht, wir BRAUCHEN dich nicht«

Beifall vom Volk / Eine Rede vom Fidel Castro Ruz auf  der »Plaza de la Revolución«, September 1980

♦♦♦

Und ich frage mich: Ist es nicht genau diese Diversität, die den Kern einer Gruppe ausmacht? Sollten sich nicht unsere Gedanken mit denen anderer Menschen verschmelzen, damit wir geistig reicher werden?

 

Einigkeit / Zusammenhalt

Was ist passiert? Eine energische WhatsApp-Gruppe voller motivierter Menschen hat sich selbst innerhalb von ein paar Tagen zunichte gemacht. Das kann nicht wahr sein. »Wir haben innerhalb weniger Tage unser Ziel aus den Augen – und die Mitglieder aus der Gruppe – verloren«, dachte ich wütend. Wurden wir durch unsere Motivation und den bedingungslosen Selbstantrieb blind für die Bedürfnisse der anderen?

Vielleicht versetzte uns dieser starke Wille in einen Rauschzustand, der unsere Sinne betäubte und das Umdenken nicht mehr zuließ? Oder lag es an mir, weil ich die Gruppe nicht früh genug von der Gefahr warnte, sich in eine digitale Mini-Sekte zu verwandeln. Aber wer will sich einer motivierten Person in den Weg stellen, wenn diese genug Momentum aufgenommen hat?

Ich bestimmt nicht.

Wir kritisieren Politiker wie Donald Trump, Vladimir Putin oder Angela Merkel. Verbreiten überall mit revolutionären und lauten Parolen im Netz, dass diese eingebildeten Staatslenker nicht in der Lage wären, die Bedürfnisse ihrer Völker zu befriedigen. In Nationen mit Millionen von Einwohnern, die verschiedene Religionen ausüben und von unterschiedlichen Weltanschauungen geprägt sind. Wir ALLE geben gerne Ratschläge, wie wir es besser machen würden, an dem Tag, an dem wir ihr politisches Amt übernehmen; sind aber selbst nicht in der Lage, eine WhatsApp-Gruppe von 15 Teilnehmer über vier Wochen aufrecht zu halten.

Politiker? Kannst du es besser

Und so bleibe ich wieder mit meinen kopfzerbrechenden Zweifeln zurück, ob sich das alles überhaupt lohnt. Das frühe Aufstehen. Meine ständigen Weiterbildungen. Die Vermeidung in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, durch meine freiwillige Entfernung von dem verführerischen Konsum alkoholischer Getränke. Das kreative Schreiben in meinem Blog als Ergänzung dieser Selbsttherapie, die ich nach seinem Tod angefangen habe. Oder mein Streben bald die Weltherrschaft an mich zu reißen – damit alles besser wird. Alle Kriege enden und alle Menschen – verdammt noch mal – endlich besser miteinander in Frieden leben können.

Doch wer gibt mir das Recht, zu denken, dass ICH es besser machen kann?
Was gibt mir die Kraft, zu glauben, dass ich das Leiden dieser Welt für eine gewisse Zeit mit meiner Eroberung beenden kann?

 

Deine Argumentation ist gut aber meine Meinung ist besser

Warum in jedem von uns ein Politiker stecken könnte

Vor ein paar Wochen wurde ich über diese Social-Media-Plattform –
das Buch mit dem Gesicht, dein Gesicht sieht wie ein Buch aus
oder ich glaube es heißt einfach FACEBOOK… –
von einer fremden Person angesprochen.
Ok, ok, ich bin selbst daran schuld, da ich, obwohl meine Mutter früher
immer gepredigt hat, dass ich mit fremden Leute nicht sprechen sollte,
diese Person irgendwie selbst „angelockt“ habe.

Wie ich das geschafft habe? Ganz einfach: Mit bunten Bildern auf meinem Profil und viel Charisma. Eine Eigenschaft, die ich ebenfalls von meiner Mutter geerbt habe. Denn ihr Motto lautet: Egal, wie hart das Leben dich trifft: Immer Lächeln (A mal tiempo, buena cara). 😉

Außerdem brauche ich starke Alliierte mit eisernen Persönlichkeiten an meiner Seite, um mein Vorhaben bald in die Tat umzusetzen: Die Weltherrschaft an mich zu reißen. Ich bin immer auf der Suche nach Superhelden. Diese Art von Menschen, die täglich etwas Positives in ihrem Profil posten und mit lauter positiven und coolen Sprüchen um sich werfen. Mein Radar ist akkurat auf die Suche nach diesen Geschöpfen kalibriert.

 

Sie nahm Kontakt mit mir auf, und wir verabredeten uns telefonisch. Minuten später war es soweit, wir waren online. Die angenehme, weibliche Stimme war einfühlsam und selbstsicher. »Eine Frau mit POWER, mit einem starken Selbstbewusstsein bewaffnet«, habe ich mir gedacht. Und so war es auch. Sie war eine Soldatin, wie ich genau in meinen Reihen zurzeit brauche.

Das Gespräch nahm einen angenehmen Lauf und je mehr sie mir von ihren Zielen erzählte, desto mehr wollte ich dazu gehören. Wie im Rausch: Ich wollte nicht aufhören. Denn ich weiß, wie diffizil die Suche nach solchen motivierten Charakteren sein kann. Diese Leute wählen ihren Freundeskreis sehr sorgfältig und nicht jeder darf rein. Und jetzt kommt eine dieser Persönlichkeiten sogar zu mir? JACKPOT!

Nach dem netten Gespräch am Telefon, sollte ich zu ihrer WhatsApp-Gruppe kommen und mich vorstellen. Und genau so geschah es. Ich schloss mich der Gruppe an. Ich stellte mich vor und berichtete von den Themen, die mich bewegen: Der Grund, warum ich jeden Tag in der Früh aufstehe, über meine Träume und noch nicht erreichten Ziele. Doch den Punkt mit der WELTHERRSCHAFT habe ich für mich behalten, denn die Zeit für die Offenbarung war noch nicht gekommen.

Jakob Holzinger / Niemals aufgeben!
Jaks Fitness / YouTuber & Fitness Coach
Quelle: https://www.instagram.com/jaks_fitness/

Die Gruppe war… der reine Wahnsinn! Junge, motivierte, schlaue Mitstreiter, die etwas bewegen wollten. Sie unterhielten sich über Themen wie Finanzen, Börse, Trading, Online Marketing, Networking und Co. Eine Ansammlung von kreativen Geistern genau nach meinem Geschmack. Tage lang hörte und las ich passiv fast alles, was jeder postete oder in der Gruppe als gesprochene Nachricht von sich gab. Alles war wie ein Traum. Alles zu perfekt. Bis der Moment kam, an dem ich spürte, dass etwas nicht stimmte: Eine unsichtbare Inkongruenz. Nichts Konkretes, was ich wahrnehmen konnte, aber ich wusste, dass sie da war.

Diese motivierte Menschen sprachen nur über eine einzige Sache: Erfolg, Erfolg und Erfolg. Es gab keinen Platz für etwas anderes, keine fremden Einflüsse, keine Meinung aus einer anderen Perspektive. Irgendwie kam mir alles so familiär vor. So vertraut. Aber ich wusste nicht eindeutig was.

http://d-e-n-i-s.com/wordpress/einkubainba/deine-argumentation-ist-gut-aber-meine-meinung-ist-besser-2/

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